Tag und Nachtgleiche in der Kirche am Steinhof

Die Kirche am Steinhof, ein Meisterwerk des Architekten Otto Wagner (1841-1918), gehört zu den Objekten des Wien Museum und kann von 1. Mai bis 1. Oktober besichtigt werden. (jeweils Dienstag bis Samstag, 10:00–17:00 und Sonntag, 11:00–17:00.

Am 21. März 2026 war sie für eine Veranstaltung zur Tag und Nachtgleiche geöffnet: Margret Wohlfahrt (klinische Seelsorgerin): Kirchenerkundung – Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super DE PROFUNDIS – In memoriam Alfred J. Noll†

zur Ausstellung im Bezirksmuseum Josefstadt

Vom 25. Februar 2026 bis 20. Jänner 2027

DIE HARNONCOURTS UND DER CONCENTVS MVSICVS

Gründerjahre in der Josefstadt 1953 – 1972

Ausstellung im Bezirksmuseum Josefstadt, 1080 Wien, Schmidgasse 18

Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung:   PDF-Download

Dienstag 5. Mai 2026   19:00 Uhr

Autor:innenlesung mit Musikbeispielen:

Sabine M. Gruber: Mit einem Fuß in der Frühlingswiese. Ein Spaziergang durch Haydns Jahreszeiten mit Sprachbildern von Nikolaus Harnoncourt

Mittwoch 9. September 2026   19:30 Uhr

Konzert in der Piaristenkirche Maria Treu:

Concentus Musicus Wien, Leitung Stefan Gottfried,

Werke von: Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Heinrich Schmelzer, Romanus Weichlein, Georg Muffat

Konzertkarten zum Einheitspreis von € 36,- erhalten Sie auf:

https://kupfticket.com/events/piaristenkonzert-concentus-musicus-wien

Mittwoch 30. September 2026   19:00 Uhr

Vortrag und Lesung:

Nikolaus Harnoncourt: Aus der Josefstadt in die weite Musikwelt 

Vortrag: Dr. Otto Biba, Lesung: KSch Franz-Robert Wagner, mit Musikbeispielen

Dienstag 13. Oktober 2026   19:00 Uhr

Filmabend:

DIE HARNONCOURTS UND DER CONCENTUS MUSICUS – Dokumentarfilme

Die seltsamsten Wiener der Welt (Felix Breisach, 2003),

Alte Musik neu gehört – Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus (1974),

Musik in Schlössern und Gärten (1971)

Dienstag 10. November 2026   19:00 Uhr

Autor:innenlesung mit Musikbeispielen:

Milan Turković, Monika Mertl:

Die seltsamsten Wiener der Welt und Vom Denken des Herzens

Öffnungszeiten:

Mittwoch 18:00 bis 20:00 Uhr

Sonntag 10:00 bis 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung / Schulferien und Feiertage geschlossen

zu folgenden Mittwoch-Terminen gibt es jeweils um 18:30 Uhr eine Expertenführung in der Ausstellung:

22. April, 6. Mai, 27. Mai, 10. Juni und 24. Juni

Kontaktdaten:

Bezirksmuseum:

Tel: +43 1 403 6415;   E-Mail: bm1080@bezirksmuseum.at

Andreas Theiner:

Tel: +43 699 1010 4906;   E-Mail: office@acg-wien.at

Vortragsabend im BM1080 von 03. 03. 2026

Nikolaus Harnoncourt: Aus der Josefstadt in die weite musikalische Welt

mit: Doktor Otto Biba Vortrag und Kammerschauspieler Franz Robert Wagner Lesung

Der Festsaal des Bezirksmuseum Josefstadt ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Josefstädter und einige aus der Harnoncourt/Concentus-Community sind der Einladung zum Vortragsabend von Doktor Otto Biba und Kammerschauspieler Franz Robert Wagner mit dem Thema: Nikolaus Harnoncourt: Aus der Josefstadt in die weite musikalische Welt gefolgt.

Nach der Begrüßung durch die Museumsleiterin Maria Ettl beginnt Robert Wagner mit den Worten: „Seids Ihr deppert!“ nicht ohne davor darauf hinzuweisen, dass es sich um ein Zitat handelt und nicht um eine Art der Publikumsbeschimpfung. Es sind die Worte von Federik Mirdita, einem Jugendfreund von Nikolaus Harnoncourt, der in Wien Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft studiert und im Haus der Harnoncourts als Babysitter aushilft wenn die Eltern im Wohnzimmer mit Ihren Kollegen Musikprobe halten. Er verfolgt die musikalische Entwicklung des jungen Concentus Musicus (der damals noch gar keinen Namen hat) und meint nach vier Jahren der Probenarbeit und des Experimentierens mit alten Instrumenten: „Seids ihr deppert, dass ihr das nur zu Hause in kleinem Rahmen spielt. Ihr seids viel besser als andere, die vor Publikum auftreten. Es ist Zeit, dass ihr öffentliche Konzerte gebt.“ Das wird als der Anstoß überliefert, auf den hin der Concentus, zunächst bei der Wiedereröffnung des Palais Schwarzenberg spielt, und in Folge dann eben dort in seinem ersten, in Eigenregie organisierten, Konzertzyklus auftritt.

Damit sind wir mitten drin in der so besonderen Geschichte. Otto Biba ist ein wunderbarer Chronist dieses Geschehens, ist er doch selbst Zeitzeuge und auch Teil dieser Geschichte. Seine Beziehung zu Alice und Nikolaus Harnoncourt war stets von höchster gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Als legendär möchte ich seine Erzählung bezeichnen, wie er als Bub mit einer Sternsingergruppe erstmals in die Wohnung der Harnoncourts kommt. Bei ihrem Eintreffen ist gerade eine Musikprobe im Gange. Die Gruppe war bestellt. Aber kommt man jetzt doch ungelegen? Die Sternsinger werden eingeladen ihre Lieder zu singen. Die Atmosphäre des Raumes mit Orgel, Cembalo und an der Wand hängenden Gamben-Instrumenten ist seltsam, aber irgendwie magisch. So erinnert sich Otto Biba.

Später hilft er bei den frühen Konzerten im Palais Schwarzenberg als Billeteur in der Organisation mit. Der Platz vor der Piaristenkirche wird als Kommunikationszelle beschrieben. Hier tauscht man nach der Sonntagsmesse Gedanken aus und vereinbart eben auch Hilfsdienste.

Hier treffen auch Nikolaus Harnoncourt und Hans Gillesberger zusammen. Gillesberger wohnt auch in der Josefstadt, war eine Zeit lang Regens Chori in der Piaristenkirche und als er später Leiter der Sängerknaben und des Chorus Viennensis (der Männerchor aus ehemaligen Sängerknaben) wird, kommt es zu intensiver Zusammenarbeit für Konzerte und Schallplattenaufnahmen.

Dass die Harnoncourts mit dem Concentus vier Jahre nur in der Wohnung musiziert haben, hat mehrere Gründe. Alle beteiligten Musiker sind qualifiziert im Orchesterdienst tätig, aber hier geht es um etwas völlig Neues. Alice und Nikolaus Harnoncourt wollen das Klangbild der Renaissance- und Barockzeit neu erschließen. Dafür werden historische Instrumente gesammelt und zum Klingen gebracht. Gemeinsam tastet man sich an die Tonentwicklung mit diesem Material heran. Gleichzeitig wird Quellestudium in Musikarchiven betrieben. Es wird Notenmaterial aufgespürt und händisch abgeschrieben. Dazu werden Schriften über das Musizieren in der damaligen Zeit studiert. Daraus das Klangbild der alten Musik nachzuspüren, war das Ziel der mehrjährigen Probenphase.

Otto Biba erzählt dazu von persönlichen Gesprächen über diese Zeit, die er mit dem Fagottisten Milan Turkovic und dem Bassgeiger Eduard Hruza geführt hat.

Kurt Theiner ist einer der ersten Mitstreiter der Harnoncourts. Er wird durch die Heirat mit Nikolaus‘ Schwester Juliana (genannt Lily) zum Schwager und zieht auch in eine Wohnung in der Josefstädterstraße ein. Kurt Theiner ist Bratschist und als Fotograf Autodidakt, der die Geschichte des frühen Concentus Musicus dokumentiert und auch die Fotos für Eigenwerbung und Schallplattenproduktionen macht.

So entstehen auch Ensemblefotos in der Piaristenkirche im linken Oratorium und unter der Orgelempore. Die Blickpunkte sind sorgfältig ausgesucht und vermitteln Barockatmosphäre, ohne kirchlich zu wirken.

Mit einem Hörbeispiel einer Mozart Kirchensonate, die an der Buckow-Orgel in der Piaristenkirche aufgenommen worden war, erklärt er wie diese Aufnahme zu teils heftiger Kritik in der Fachwelt geführt hat: barocke Orgelwerke an einem klassizistischen Instrument?! Er selbst, sieht diese Aufnahme als Zeichen dafür, dass Nikolaus Harnoncourt nicht ein sturer Purist war, sondern eine werkentsprechende Ausführung im Vordergrund stand. Das scheint ihm hier zweifelsfrei gelungen zu sein.

Kammerschauspieler Franz Robert Wagner, der die Zitate mit unverwechselbarem Ausdruck vorträgt, gibt im Wechsel mit Otto Biba dem Abend eine besondere Lebendigkeit.

Gleichsam als zu Herz gehenden Abschluss erzählt er selbst von seiner Kontaktaufnahme und dem Kennenlernen mit Nikolaus Harnoncourt. Es geht dabei um die Musik als stärkende Kraft in schweren Zeiten. Dazu liest er den handschriftlichen persönlichen Brief vor, den er von Nikolaus Harnoncourt auf ein persönliches Schreiben nach drei Tagen als Antwort bekommen hatte.

Es war ein beeindruckender Abend mit der Darstellung vielfältiger Bezüge der Harnoncourts zur Josefstadt illustriert durch Erzählungen persönlicher Erlebnisse.

Bericht: Andreas Theiner

Fotos: Karl Vsedni

Harnoncourt Gedenktafel in der Josefstadt

Am 5. März 2026, dem 10. Todestag von Nikolaus Harnoncourt, wurde am Haus Josefstädterstraße 17, im achten Bezirk in Wien, eine Gedenktafel enthüllt.
In diesem Haus hatten Alice und Nikolaus Harnoncourt seit Ihrer Hochzeit 1953 sechzehn Jahre lang gewohnt. In diesem Haus kamen ihre vier Kinder zur Welt und es wurde der Concentus Musicus gegründet. Hier liegt somit auch der Anfang der außergewöhnlichen Karriere des Ehepaares in der Musikwelt.
Maria Ettl, die Leiterin des Bezirksmuseum Josefstadt, möchte an die prominenten Bezirksbewohner erinnern und zeigt im Bezirksmuseum die Ausstellung: „Die Harnoncourts und der CONCENTVS MVSICVS, Gründerjahre in der Josefstadt“, die am 25. Februar eröffnet wurde und fast ein Jahr zusehen ist. 
Im Zuge der Vorbereitungen kam auch die Idee auf, an dem Haus in dem Alles begonnen hat, eine Gedenktafel anzubringen.
Ihrer tatkräftigen Initiative ist es zu verdanken, dass der Prozess dafür, von der Idee, über die Abstimmung mit der Familie und den Hauseigentümern bis zu Behördenwegen beim Denkmalamt und den Kulturkommissionen von Stadt und Bezirk, zeitgerecht erledigt werden konnten.
So war es möglich, dass die feierliche Enthüllung am 5. März 2026, bei wunderbarem Wetter, stattfinden konnte.
Die Enthüllung nahm im Beisein von Fr. Kulturstadtrat Kaup-Hasler, Bezirksvorsteher Martin Fabisch, Vorsitzender der Bezirks-Kulturkommission Helmut Pokornig, Familienmitgliedern und zahlreichen weiteren Gästen, Erzbischof Josef Grünwidl vor.
Hier ein kurzer Bildbericht:

Die Harnoncourts in der Josefstadt

DIE HARNONCOURTS UND DER CONCENTVS MVSICVS, Gründerjahre in der Josefstadt 1953-1972

Die Ausstellung im Bezirksmuseum Josefstadt, an der Adresse: 1080 Wien, Schmidgasse 18, wurde am 25. Februar 2026 feierlich eröffnet und läuft bis 20. Jänner 2027.

Die Öffnungszeiten  sind jeweils: So. 10:00-12:00 Uhr und Mittwoch 18:00-20:00 Uhr. 

Dazu sind Besuche auf individuelle Anmeldung möglich.

Kontakt: bm1080@bezirksmuseum.at;  Tel.: 01 403 64 15

Es finden auch etliche Begleitveranstaltungen statt.

Fotografin Lisette Model

In der Albertina gibt es immer viel zu sehen. Ein Blick in die Ausstellung der Fotografien der Lisette Model (1901–1983). Sie stammt aus einer jüdischen Wiener Familie und gilt als eine der einflussreichsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Zu sehen nur noch bis 22. Februar 2026.

Fascination Papier, in der Albertina

FASCINATION PAPER, Rembrandt to Kiefer, ist der Titel einer Ausstellung im Untergeschoß in der Albertina, die noch bis 22. März 2026 zu sehen ist.
Sie stellt ein buntes Sammelsurium an Papierarbeiten dar, von Druckgrafiken über Skulpturen bis zu Scherenschnitten.
Ich zeige hier eine kleine nicht repräsentative Auswahl an Objekten.

Franz Xaver Messerschmidt im Unteren Belvedere

Der Bildhauer Franz Xaver Messerschmidt lebt und arbeitet in einer Zeit kultureller und politischer Umbrüche. An seinen Porträts lässt sich die Hinwendung zu den Idealen der Aufklärung im 18. Jahrhundert ablesen.

Die Ausstellung zeigt sein Werk im Kontext mit zeitgenössischen Arbeiten.

 

Impressionismus aus dem Museum Langmatt

Diese Ausstellung im Unteren Belvedere ist noch bis 8. Februar zu sehen: Impressionisten aus der Sammlung Jenny und Sidney Brown aus der Schweiz.

Michaelina Wautier Ausstellung im KHM

Diese selbstbewusste Frau ist Michaelina Wautier (1614-1689), eine Wiederentdeckung der letzten Jahre. Im Keller des KHM lagerten einige Werke dieser Ausnahmekünstlerin, ohne je ausgestellt worden zu sein. Michaelina Wautier gilt heute als eine der bedeutendsten Malerinnen ihrer Zeit. In einer Epoche, in der sich Künstlerinnen vorwiegend mit Stillleben- oder Genremalerei beschäftigten, fand Wautier selbstbewusst auch mit anspruchsvoller Portrait- und Historienmalerei Anerkennung. Diese Ausstellung stellt einen repräsentativen Überblick über ihr Schaffen und ihr Umfeld dar.

Einer Ihrer Brüder ist selbst Maler und hat ihr wohl den Zugang zu malerischer Expertise ermöglicht. Wahrscheinlich haben sie auch in Brüssel gemeinsam ein Atelier gehabt. Andere Brüder waren in Armee und Gesellschaft etabliert und konnten bei der Akquise von Auftraggebern unterstützen.